Ein Etikett von 100 x 150 mm auf einem Drucker mit 108 mm Druckbreite: Das passt nicht, egal wie gut die Auflösung ist. Solche Fehlgriffe passieren, weil bei der Auswahl meist zuerst über Auflösung und Geschwindigkeit gesprochen wird. Beides ist wichtig, entscheidet aber erst danach. Zuerst kommen drei Maße: die Breite Deines Etiketts, der Kern der Materialrolle und der maximale Rollendurchmesser. Wer diese drei Werte kennt, kann die Primera-Reihe in wenigen Minuten sinnvoll eingrenzen.
Wir bei Karley bekommen diese Frage oft am Telefon, meist mit einem Etikett in der Hand. Deshalb hier die Reihenfolge, in der Du die Auswahl angehst, mit den Werten, die Du dafür brauchst.
Miss die Breite des fertigen Etiketts
Nimm ein Etikett, das Du tatsächlich verklebst, und miss es quer. Nicht das Trägermaterial, nicht die Rolle, sondern das Etikett, wie es auf dem Produkt sitzt. Diese Breite muss der Drucker abdecken, sonst musst Du das Motiv verkleinern oder drehen, und beides kostet Platz auf dem Etikett. Ob Du drehen kannst entscheidet aber auch ob du Deine Etiketten später mit einem Applikator aufbringst oder nicht. Nutzt Du einen Applikator hat der eine spezielle Orientierung die wir im Druck schon berücksichtigen müssen.
In der Primera-Reihe liegen die Druckbreiten deutlich auseinander. Der LX500e deckt mit einer maximalen Druckbreite von 112 mm kleine und mittlere Formate ab und arbeitet mit einem Kerndurchmesser von 51 mm. Der LX600 reicht bis 125 mm. Wenn Dein Etikett breiter wird, kommt der LX910e ins Spiel, der bis 213 mm Druckbreite verarbeitet. Für Getränkeflaschen, Konfiserie-Verpackungen oder Kaffeebeutel mit breitem Etikett ist das der Bereich, in dem Du landest.
Ein Hinweis aus der Praxis: Miss auch das schmalste Etikett, das Du druckst. Ein Gerät, das nur die breiten Formate gut abdeckt und bei 30 mm Etikettenbreite die Rolle nicht sauber führt, hilft Dir im Alltag nicht weiter.
Prüfe Kern und Rollendurchmesser
Der Kern ist die Papphülse in der Materialrolle. 76 mm Kern ist der Industriestandard, und dieser Standard entscheidet mit darüber, wie breit Deine Materialauswahl wird und ob Du später mit einem Applikator oder einem Auf- und Abwickler weiterarbeitest. Der LX600e und der LX900e sind auf 76 mm Kerne ausgelegt, der LX500e arbeitet mit 51 mm.
Schau Dir außerdem den Außendurchmesser der Rolle an. Eine große Rolle bedeutet weniger Nachlegewechsel in der Etikettenproduktion, braucht aber Platz und eine Aufnahme, die das Gewicht trägt. Gerade im Endlosbetrieb ist das ein Punkt, der später Zeit spart oder kostet.
Ordne die Auflösung nach Deinem Motiv ein
Der LX910e druckt mit bis zu 4800 x 1200 dpi und bis zu 114 mm pro Sekunde. Diese Auflösung ist kein Selbstzweck. Sie zählt, wenn Dein Etikett feine Schriften, kleine Zutatenlisten, dünne Linien oder Farbverläufe enthält, die auf dem fertigen Produkt noch lesbar und sauber aussehen sollen. Für ein großes, kontrastreiches Flächenmotiv brauchst Du sie weniger dringend.
Ein Blick auf die Tinte gehört zur Auflösung dazu. Der LX910e arbeitet mit einer Dreifarbpatrone, in der der Druckkopf integriert ist. Bei jedem Patronenwechsel bekommst Du damit einen frischen Druckkopf, und weil der Kopf in der Patrone sitzt, kannst Du zwischen Dye-Tinte und pigmentierter Tinte wechseln, ohne das Gerät zu tauschen. Welche Variante zu Deinem Produkt passt, hängt vom Einsatz ab: Dye-Tinte für leuchtende Farben auf Papieretiketten, pigmentierte Tinte, wenn das Etikett Wasser, Sonne oder Chemikalien aushalten muss.
Woran Du merkst, dass Du eine Nummer zu klein kaufst
Drei Signale tauchen im Gespräch immer wieder auf:
- Du drehst Etiketten, damit sie in die Druckbreite passen, und verlierst dadurch Platz für Pflichtangaben, oder es ist falsch mit einem Etikettierer aufgebracht.
- Du klebst zwei Etiketten nebeneinander, weil ein einzelnes zu schmal ist.
- Du planst schon beim Kauf ein zweites Gerät für die breiten Formate mit.
Wenn einer dieser Punkte auf Dich zutrifft, lohnt der Sprung in die nächstbreitere Klasse, statt später nachzurüsten. Umgekehrt gilt: Wer nur selten ein breites Etikett braucht und sonst kleine Formate druckt, fährt mit einem kompakteren Gerät wirtschaftlicher.
Was seit 2022 dazugekommen ist
Die Grunddaten der Reihe sind stabil, der Blick darauf hat sich verschoben. Heute fragen Kunden häufiger nach dem Zusammenspiel mit Auf- und Abwicklern für den Endlosbetrieb, nach der Verfügbarkeit von Material in Sonderformaten und nach der Treiberlage am Mac. Wer 2026 ein Gerät auswählt, sollte diese drei Punkte mit abfragen, weil sie den laufenden Betrieb mehr prägen als die letzten dpi. Einen Überblick über die gesamte Reihe und die Einordnung der Modelle zueinander findest Du in unserer Primera Drucker Produkt Übersicht.
Für den laufenden Betrieb am LX910e lohnt außerdem ein Blick auf die Vorbereitung des Materialwechsels und auf die Wahl des Etikettenmaterials, weil Material und Gerät zusammenpassen müssen.
So kommst Du zur Entscheidung
Notiere die Breite Deines breitesten und Deines schmalsten Etiketts, den Kern der Rollen, die Du verarbeitest, und ob Dein Motiv feine Details enthält. Mit diesen vier Angaben lässt sich die Auswahl eingrenzen, ohne über Geräte zu sprechen, die Dein Format gar nicht drucken. Wenn Du unsicher bist, ob Dein Material auf dem gewählten Gerät sauber läuft, drucken wir vorab ein Muster auf Deinem eigenen Material. So siehst Du das Ergebnis, bevor Du Dich entscheidest.
Einen Termin im Showroom in Recklinghausen kannst Du jederzeit vereinbaren, wenn Du die Geräte im Betrieb sehen möchtest. Bei Fragen hilft Dir unser Team am Telefon, ohne Warteschleife.
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